Nachdem mein guter alter Amiga 4000 nun
doch schon in die Jahre gekommen ist und die letzte Zeit mehr als Staubfänger
denn als Computer diente, wollte ich das legendäre Gerät wieder
mal zum Leben erwecken. Und siehe da, nach dem Einschalten erschien auch
gleich die in guter Erinnerung gebliebene Workbench. Nach ein wenig herumpielen
stellte ich fest, daß der Amiga sich zeitmäßig in die
tiefste Vergangenheit befördert hatte. Das Datum zeigte irgendetwas
vom Jahre 1970 oder so. Nichts schlimmes an sich, wenn man bedenkt, wie
lange die Kiste keinen Strom mehr hatte. Also schnell die Uhr und das Datum
richtig eingestellt und weiter in den alten Dateien gewühlt. Doch leider
mußte ich am nächsten Tag, nach einer Amiga-Auszeit, feststellen,
daß die Uhrzeit und das Datum schon wieder nicht stimmten. Zwar war
die Abweichung nicht mehr ganz so groß, es zeigte sich das Jahr 1998,
aber zufriedenstellend ist eine falschlaufende Uhr auf jeden Fall nicht.
Der Verdacht für diesen ständigen Zeitverlust fiel gleich
auf den Akku der Echtzeituhr. Also schnell mal den Rechner auseinandergebaut
und siehe da, der Akku offenbarte sich mit "schön" oxidierten Kontakten.
Kann man ihm nach so langer Lebenszeit, und dann noch lange ohne Strom,
auch irgendwie nicht verübeln.
Hier zwei Bilder vom defekten Akku:
Es musste also ein neuer Akku her. Nach dem Stöbern in einigen Elektronik-Katalogen wurde ich bei Reichelt Elektronik fündig. Dort gibt es ein NiCd Memory-Pack (Bestellnummer: 3GP-60), welches exakt die gleichen Abmessungen und Spannungswerte hat wie der Originale (3.6 V).
Leider muß zum Austausch des Akkus der Amiga komplett zerlegt
werden, weil man ja an der Hauptplatine (Unterseite) rumlöten muß.
Wenn man schon mal dabei ist, bietet es sich durchaus an, sämtliche
Komponenten im Rechner zu reinigen bzw. zu entstauben. Man glaubt gar nicht,
welche Menge an Staub und Dreck sich mit der Zeit hier ansammelt.
Nun denn, der Akku selbst ist recht schnell gewechselt, entsprechende
Löterfahrung vorausgesetzt. Man sollte also die übliche Vorsicht
walten lassen und nicht zu lange auf dem Board rumbraten. Außerdem
sollten eventuelle Oxid-Reste von der Platine restlos entfernt werden.
Hier ein Bild vom frischen Akku:
Nach dem anschließenden Zusammenbau sollte man den Rechner dann noch einige Stunden laufen lassen, damit sich der Akku ein wenig aufladen kann.