Übersicht:
Konfiguration von mgetty unter Linux:
Die Konfigdateien von mgetty liegen unter /etc/mgetty/, oder
auch /etc/mgetty+sendfax/.
Für den Login ist in der Datei login.config folgender
Eintrag zuständig:
# This is the "standard" behaviour - *dont* set a userid or utmp # entry here, otherwise /bin/login will fail! # This entry isn't really necessary: if it's missing, the built-in # default will do exactly this. # * - - /bin/login @
Normalerweise ist das auch voreingestellt und wenn nicht, lt. dem obigen Hinweis ist die Defaulteinstellung sowieso schon richtig.
mgetty wird über init gestartet, das heißt in der Datei /etc/inittab sollte folgender Eintrag stehen:
# Example how to put a getty on a modem line. # T3:23:respawn:/sbin/mgetty -s 38400 -r /dev/ttyS0
Damit init seine Konfigdatei neu einliest, und somit mgetty startet, muß man ihm mit einem Signal Bescheid geben:
# kill -HUP 1
(init hat immer die ProzessID 1)
Jetzt sollte mgetty eigentlich gestartet worden sein. Überprüfen kann man das mal schnell mit:
[~]$ ps ax | grep mgetty 9835 ? S 0:00 /sbin/mgetty -s 38400 -r /dev/ttyS0
Nun kann man am Amiga ein Terminalprogramm starten und es sollte, evtl. nach dem Drücken einer Taste, der Login-Prompt erscheinen:
Die Linuxmaschine wird hier als Server fungieren und ein ppp-Login über die serielle Schnittstelle bereitstellen. Dafür kann man sich wieder des guten alten mgetty bedienen, welches ein sogenanntes AUTO-PPP bereitstellt. Das heißt, mgetty erkennt automatisch, ob an der Schnittstelle ein normaler Login, oder ein ppp-Login stattfinden soll. Wenn mgetty erkennt, daß ein ppp-Login anliegt, wird der pppd gestartet, welcher dann die Verbindung übernimmt.
Für die richtige Einstellung von mgetty muß in der Datei /etc/mgetty{+sendfax}/login.conf folgendes eingetragen sein:
# Automatic PPP startup on receipt of LCP configure request (AutoPPP). # mgetty has to be compiled with "-DAUTO_PPP" for this to work. # Warning: Case is significant, AUTOPPP or autoppp won't work! # Consult the "pppd" man page to find pppd options that work for you. # # NOTE: for *some* users, the "-detach" option has been necessary, for # others, not at all. If your pppd doesn't die after hangup, try it. # # NOTE2: "debug" creates lots of debugging info. LOOK AT IT if things # do not work out of the box, most likely it's a ppp problem! # # NOTE3: "man pppd" is your friend! # /AutoPPP/ - a_ppp /usr/sbin/pppd auth -chap +pap login debug
Nachdem dies eingetragen wurde (normalerweise ist auch dieses voreingestellt), muß evtl. mgetty neu gestartet werden:
diana:~# pidof mgetty 9835 diana:~# kill -15 9835
Jetzt muß noch eine Konfigurationsdatei für den PPP-Dämon angelegt werden. Diese liegt in /etc/ppp und nennt sich options.ttyS0. Wenn eine andere serielle Schnittstelle verwendet wird, dann heißt diese Datei entsprechend anders (z.B. options.ttyS1 für die 2. ser. Schnittstelle).
Hier ein Beispiel von /etc/ppp/options.ttyS0:
# If you need to set up multiple serial lines then copy # this file to # options.<ttyname> for each tty with a modem on it. # # localip:remoteip 192.168.1.2:192.168.1.3 # use hardware flow control crtscts # don't use modem control line (CD, DTR) local # use lock file lock # netmask netmask 255.255.255.0 # this is a server, so we don't need a defaultroute on this device nodefaultroute # wait for LCP packets from peer passive # never want to use ipx noipx
Für die IP-Adressen (localip, remoteip) müssen die entsprechenden
Rechneradressen eingegeben werden. In diesem Fall hier ist 192.168.1.2
der Server und 192.168.1.3 ist der Amiga.
Das war dann auch schon die Konfiguration auf der Linuxseite.
Als TCP/IP-Stack wird hier Miami in der Version 2.1 verwendet.
Hier die wichtigsten Konfigurations-Dialoge von Miami:
Schnittstelle:
PPP:
Hinweis: Da der pppd mit der Option login gestartet wird, muß auf dem Linuxrechner auch ein user mit dem hier bei pap/chap verwendeten Usernamen vorhanden sein. Als Passwort wird dann logischerweise das des users benutzt. Weiteres zu der login-Option ist in der manpage von pppd beschrieben.
Datenbank: In der Datenbank sollten alle Rechner im lokalen Netz eingetragen sein.
TCP/IP: Bei Hostname sollte der Rechnername vom Amiga eingetragen sein.
Modem: Der Checkbutton Nullmodem muß aktiviert sein.
Das war es dann auch schon mit der Konfiguration von Miami. Jetzt sollte man mal ausprobieren, ob das Ganze auch funktioniert. Also einfach auf den Button Online klicken und Miami sollte dann anfangen die Verbindung aufzubauen.
Nach kurzer Zeit sollte dann dieses Fenster verschwinden und im Statusfenster
von Miami folgendes erscheinen: Miami ist jetzt online.
Falls etwas nicht klappt, wird Miami eine mehr oder minder aussagekräftige
Fehlermeldung ausgeben (Linklevelprotokoll konnte nicht initialisiert
werden, oder so ähnlich). Dann sollte man lieber im Syslog vom
Server nachschauen und evtl. den Debuglevel in options.ttyS0 mittels
kdebug
x (x = 1,2,4, etc. (siehe man pppd!)) erhöhen, um genauere Fehlermeldungen
zu bekommen.
Nun hat man eine richtige Netzverbindung zum Linux-Server und kann mittels geeigneter Klienten auf den Server zugreifen. Vorausgesetzt, die entsprechenden Serverdienste laufen auch auf der Linuxmaschine. Hat man auf dem Server das Masquerading/NAT aktiviert, kann man natürlich auch über diesen ins Internet gehen. Allerdings ist zu bedenken, daß die serielle Verbindung mit den hier verwendeten 38400 bps nicht gerade die Krönung an Geschwindigkeit ist. Besser ist es auf jeden Fall, wenn man im Amiga eine richtige Netzwerkkarte hat. Dessen Konfiguration ist weiter unten beschrieben.
Im Prinzip sind dafür nur Änderungen im Dialogfeld Schnittstelle nötig:
Also einfach den Schnittstellentyp auf SANA-II stellen, das Device der Netzwerkkarte angeben,
die Netzmaske und das Default-Gateway (das ist hier der Linux-Server) eintragen und
glücklich sein :-).
Alternativ kann man auch das Konfigurationsprogramm MiamiInitSANA2 aus dem Miami:-Verzeichnis
benutzen, welches die Netwerkkarte halbwegs automatisch konfiguriert.